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E-Control: Preise sollen ab Juli endlich sinken

Wien, 18.06.2009

Die heimische Energie-Regulierungsbehörde E-Control hat heute ihre Forderung nach einer Senkung der Strom- und Gaspreise ab Juli erneuert. Die Bundeshauptstadt Wien liege bei den Preisen für Strom und Gas nach wie vor im oberen EU-Drittel. "In Zeiten wie diesen, wo die Arbeitslosigkeit weiter steigen wird, kann man die österreichischen Haushalte am besten durch niedrige Preise entlasten", sagte der Leiter der Abteilung Volkswirtschaft in der E-Control, Johannes Mayer, im Gespräch mit der APA.

Der Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ) hat einer Strompreis-Senkung erst kürzlich eine Absage erteilt. Die Begründung von Unternehmerseite lautete stets, dass Preissenkungen nicht möglich seien, weil Strom im Vorjahr zu höheren Preisen eingekauft worden sei. Laut Mayer nutzen die Energieversorger die hohen Preise des Vorjahres aber nur aus. Die Haushaltspreise für Gas (ohne Steuern) hätten im Juni ihre Talsohle erreicht, jene für Strom (steuerbereinigt) seien weiterhin rückläufig, wobei sich die Kurve seit Jänner 2009 etwas verflacht habe. Bei Strom sank der europäische Haushalts-Energiepreisindex (HEPI) von Jahresbeginn bis Juni um 4,5 Prozent auf aktuell 95,5 Indexpunkte, bei Gas waren es sogar etwas mehr als 11 Prozent auf 88,79 Punkte.

Wien auf Rang 5

Die Unterschiede bei den Energiepreisen sind innerhalb der Hauptstädte der EU-15-Ländern enorm. In Wien ist Strom laut der Erhebung der E-Control in Zusammenarbeit mit dem finnischen VaasaETT Global Energy Think-Tank am fünftteuersten: Inklusive Steuern und Netzgebühren müssen Haushaltskunden im Juni 19,71 Cent pro Kilowattstunde (kWh) berappen. Am stärksten zur Kasse gebeten werden Stromkunden in Kopenhagen (30,88 Cent/kWH). Damit bezahlen die Kunden in der dänischen Hauptstadt um rund ein Drittel mehr als die Haushalte in Berlin, mit 21,29 Cent die nächst teuerste Stadt. Am günstigsten kommen Kunden im Juni in Athen (11,43 Cent) und Helsinki (11,11 Cent) davon.

Beim Gaspreis ist Wien, wie übrigens bereits im Mai, mit 6,68 Cent/kWh die sechstteuerste Stadt. Am meisten bezahlen müssen die Haushalte in Stockholm (13,85 Cent), gefolgt von Kopenhagen (9,23 Cent) und Amsterdam (7,48 Cent). Rom rangiert mit 7,35 Cent auf Platz 4 der höchsten Gaspreise, dahinter folgt Berlin (7,29 Cent). Am billigsten ist Gas in London (4,26 Cent) und in Athen (5,12 Cent).

Zieht man nun Steuern und Netzgebühren ab und betrachtet den reinen Strompreis, wendet sich das Blatt. Dann ist nämlich Paris mit 4,75 Cent die Stadt mit den günstigsten Haushaltsenergiepreisen für Strom. Kopenhagen, bezogen auf den Gesamtpreis das teuerste Land unter den EU-15-Ländern, rutscht beim reinen Strompreis mit 5,16 Cent auf die drittletzte Stelle ab. Vor Steuern und Netzgebühren ist Dublin (11,48 Cent) die teuerste Stadt, gefolgt von Rom (10,72 Cent) und London (10,37 Cent). Rechnet man bei Gas Steuern und Abgaben heraus, ist Stockholm mit 6,93 Cent die teuerste Stadt. Danach rangieren Berlin (4,31 Cent), Amsterdam (4,13 Cent) und Luxemburg (3,81 Cent). Am billigsten bekommt man Nettogas in Lissabon (2,65 Cent) und Madrid (2,36 Cent).

Gegenüber dem Vormonat Mai, in dem der HEPI zum ersten Mal veröffentlicht wurde, sind die Strompreise in Luxemburg, Irland, London und Helsinki gesunken. Bei Gas verringerten sich die Preise in Irland, Belgien, Luxemburg und Griechenland. Nun werde es endlich Zeit, dass die Preise auch in Österreich sinken, betonte Mayer. Mit Juli müsste das möglich sein.

Zur Berechnung für den HEPI wird der Preis des jeweils größten Energieversorgers im Vergleich zum wichtigsten Mitbewerber, der aber nicht der billigste sein muss, herangezogen. Für Österreich dienten Verbund und Wien Energie als Bemessungsgrundlage.

Quelle: APA

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