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Deutsche bei Frage nach AKW-Laufzeiten gespalten

Berlin, 25.08.2010

Im Streit um längere Laufzeiten von Atomkraftwerken sind die Deutschen einer Umfrage zufolge geteilter Meinung. Knapp jeder zweite Befragte (48 Prozent) ist der Auffassung, dass der letzte Reaktor wie im Atomkonsens vereinbart 2022 vom Netz gehen soll, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins "Stern" ergab.

Fast ebenso viele (45 Prozent) würden dagegen längere AKW-Laufzeiten begrüßen. Nur sieben Prozent seien unentschieden.

In der Frage, wie der Energiebedarf in Deutschland mittelfristig gesichert werden solle, sprachen sich 13 Prozent für den Bau neuer Kohlekraftwerke aus. 21 Prozent waren dafür, mehr Gas aus dem Ausland zu importieren. 39 Prozent favorisierten eine längere Nutzung der vorhandenen Atomkraftwerke. 21 Prozent lehnten sowohl Kohle als auch Gas und Atomstrom zur Schließung der Energielücke ab.

Dass man derzeit völlig auf Atomenergie verzichten kann, glaubt nur eine Minderheit der Deutschen. Vier von fünf Bürgern (79 Prozent) und sogar 61 Prozent der Grünen-Anhänger sind der Auffassung, dass Atomstrom noch eine Weile gebraucht wird. Für die Umfrage befragte Forsa 1.003 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.

Unterdessen forderte der Chef des Stromriesen EnBW Hans-Peter Villis von der Politik und damit der Bundesregierung einen klaren Kurs in der Energiepolitik. "Die Gemengelage ist für uns unübersichtlich", bemängelte er. "Etwas mehr Verlässlichkeit würde helfen." Villis wies im "Handelsblatt" vom Mittwoch zwar Darstellungen zurück, die großen Stromkonzerne hätten der Regierung im Falle falscher Weichenstellungen mit der Stilllegung von Kernkraftwerken gedroht. Zugleich brachte er aber genau dies im Falle von neuen Belastungen wieder ins Gespräch. Für die Betreiber müsse gelten, dass sie Anlagen nur betreiben, "wenn das dauerhaft betriebswirtschaftlich sinnvoll ist", sagte Villis. Wenn das in Deutschland nicht mehr möglich sei, bleibe keine andere Wahl, als eine Stilllegung von Anlagen zu prüfen.

Quelle: APA/ag

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