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Company News
EXAA will Handel mit CO2-Zertifikaten beleben
Datum: 15.04.2008
Obwohl sich der Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten schneller globalisiert hat als der
Strommarkt, wurde in Europa der Anschluss verpasst. "In den USA gibt es eine Börsekultur, da
herrscht in Österreich noch Aufholbedarf", so Jürgen Wahl, Vorstand der österreichischen
Energiebörse EXAA. Das soll sich jetzt ändern: "Wir haben eine Vertriebsoffensive gestartet, um vor
allem der energieintensiven Industrie für die zweite Handelsperiode ein attraktives Angebot zu
machen." Die Mitgliedsgebühren wurden gestrichen, der Beitrittsprozess vereinfacht und das
Riskomanagement angepasst.
Derzeit sind 17 Mitglieder aus fünf Ländern im Handel mit CO2-Zertifikaten aktiv. Durch die
Neustrukturierung erwartet Wahl nicht nur 30 Neukunden, sondern vor allem eine Belebung des
Handels. 2007 lag der Handelsumsatz bei lediglich 275.000 Tonnen, "für das laufende Geschäftsjahr
bin ich zuversichtlich, dass wir auf rund 500.000 Tonnen kommen", so Wahl.
Nachdem die EU Mitte 2006 bekannt gegeben hat, dass zu viele Emissionszertifikate ausgegeben
wurden, ist der Handel mit Verschmutzungsrechten fast völlig eingebrochen. Das Volumen stürzte von
rund 17.000 Tonnen auf praktisch null ab. Zudem ist Ende 2007 die erste Phase im Zuge des
Kyoto-Protokolls ausgelaufen, daher haben sich viele Unternehmen in eine Warte position begeben.
"Der Preis ist von 30 € pro Tonne im Jahr 2006 kontinuierlich auf einen €-Cent eingebrochen", klagt
Wahl.
Aufwärtstrend
Im Nationalen Allokationsplan II ist die Gratiszuteilungsmenge der CO2-Zertifikate
für die Kyoto-Phase von 2008 bis 2012 mit rund 30,73 Millionen Tonnen vorgesehen. "Derzeit ist
Europa mit etwa 300 Millionen Tonnen unterversorgt. Diese Knappheit hat dazu geführt, dass sich der
Preis für eine Tonne CO2-Zertifikat auf rund 23 € mehr als erholt hat", so Wahl.
