EXAA - leicht erklärt

Hier beantworten wir die häufigsten Fragen rund um das Thema Stromhandel und EXAA

 

  • Die 10:15 Auktion mit den Orderbüchern Österreich (AT) und Deutschland (DE).
    Die 12:00 Market Coupling Auktion mit den Orderbüchern Österreich (AT) und Deutschland (DE).

  • Die Mitgliedschaftsgebühr an der EXAA beträgt € 10.000,-- pro Jahr. Darin sind alle Auktionen abgedeckt. Sowohl für die 10:15 Auktion, als auch für die 12:00 Auktion sind je ein Handelskonto für AT und DE inkludiert. Die für Spread-Gebote notwendigen zwei Spread-Accounts (nur bei der 10:15 Auktion der EXAA) sind ebenso inkludiert.
    Für weitere Informationen stehen Ihnen unsere Mitarbeiter der Market Operations zur Verfügung!

  • Longterm (für Jahre und Monate) werden via JAO (Joint Allocation Office) FTRs (financial transmission rights) versteigert. Ergeben sich in der 12:00 Market Coupling Auktion in den Preiszonen unterschiedliche Clearingpreise, wird die Preisdifferenz an die Halter der FTRs ausgezahlt.

    Day Ahead Kapazitäten werden nicht versteigert. Spread-Gebote in der 10:15-Auktion können wie Day Ahead Kapazitäten genutzt werden.

  • Nein, die Orderbücher der 10:15-Auktion werden separat für die Preiszonen DE und AT auktioniert und ergeben im Allgemeinen unterschiedliche Clearingpreise - auch wenn in der 12:00-Auktion die Clearingpreise für DE und AT gleich sein sollten.

  • Ist der resultierende Austausch von Angebot und Nachfrage zwischen den Preiszonen (z.B. DE und AT) in der 12.00-Auktion kleiner als die Day Ahead Kapazität, so konvergieren die Clearingpreise, d.h. sie sind in beiden Preiszonen für die jeweilige Lieferstunde gleich. Reicht die Kapazität nicht aus, wird der Preis in der netto beziehenden Preiszone höher als in der netto liefernden Preiszone sein (und umgekehrt).

  • Ganz allgemein wird darunter eine Preisdifferenz verstanden. Im speziellen Fall betrachten wir einen „location spread“, konkret die Differenz der Preise eines Stromproduktes in den beiden Day Ahead Auktionen um 10:15 zwischen den Marktgebieten AT und DE. Wobei das Vorzeichen beliebig durch Subtraktion des deutschen vom österreichischen Preis definiert wurde.

     

    Spread = Preis (AT) – Preis (DE)

     

    Die marktanalytischen Annahmen gehen von einem durchschnittlich höheren Preis in Österreich als in Deutschland aus, womit sich der Spread mehrheitlich positiv ergeben wird, negative Spreads sind aber ebenfalls möglich.

  • Zusätzlich zu den "normalen" preisabhängigen Geboten wie z.B. für limitierten Kauf - wenn Preis in AT höchstens € 30,-- ist, kaufe 10 MW base in AT - gibt es seit 1. Oktober 2018 auch spread-abhängige Gebote wie z.B.:

     

    • Bis zu einem Spread-Preis(AT)-Preis(DE) – von höchstens € 1,--, kaufe 10 MW base in AT und verkaufe gleichzeitig 10 MW in DE
    • Ab einem Spread-Preis(AT)-Preis(DE) – von mindestens € 3,--, verkaufe 10 MW base in AT und kaufe gleichzeitig 10 MW in DE
  • Ist die Gebotsbedingung (Spread-Limit) erfüllt, so hat dies die physische Ausführung einer jeweils spiegelgleichen Kaufmenge in einer Preiszone und Verkaufsmenge in der anderen Preiszone zur Folge. Dabei wird bei der Ausführungszuteilung sichergestellt, dass die Beträge der Kauf und Verkaufsmengen in jedem Fall gleich groß sind. Sollte z.B. auf einer Seite nur eine Teilmenge umsetzbar sein (etwa nur 80 statt 100 MW), dann würde auch die Gegenseite auf 80 MW reduziert werden.

  • Die 10:15-Auktionen für die Preiszonen DE und AT werden nicht gänzlich getrennt, sondern in einem gemeinsamen Algorithmus berechnet. Bei der Ermittlung der Clearingpreise und der Zuteilungsmengen sind neben den bisherigen Preislimits zusätzlich auch Spreadlimits mitberücksichtigte Zuschlagskriterien.

  • Für Base und Peak.

  • Entsprechend der Vorzeichenkonvention Spread = Preis AT – Preis DE

     

    "heben" zusätzlich Spread- Käufe den Preis A und "senken" den Preis DE bzw. "senken" zusätzliche Spread-Verkäufe den Preis AT und "heben" den Preis DE.

     

    Mittles der Markterwartung zur Preisdifferenz AT-DE mit der Händler Spread-Gebote abgeben, haben diese die Wirkung einer indirekten, virtuellen Marktkopplung.

    • Bilanzkreisvertrag in DE (wahlweise 50Hertz, AMPRION, TenneT, TransnetBW)
    • Bilanzgruppenvertrag in AT (mit APCS für APG)
    • Ein 10:15-Spread-Account in DE (Kosten in Mitgliedschaft inkludiert)
    • Ein 10:15-Spread-Account in AT (Kosten in Mitgliedschaft inkludiert)
  • € 0,0375/MWh (pro leg) – das ist die Hälfte der fee für normale Gebote (€ 0,075/MWh)

    In Summe wird für die Ausführung eines Spread-Gebotes € 0,075/MWh berechnet, womit Kauf in einer Preiszone und Verkauf in der anderen abgedeckt sind. Für Liquidity Providern Mengen (ab täglich 480 MWh) ist eine Reduzierung um weitere 25%, also auf € 0,028125/MWh möglich.

    • Physische Position zwischen D und A um 10:15 in einem Schritt verschieben
      • Ausgangsposition ist z.B. long in DE, short in AT
        • Kaufe Spread unlimitiert (Market Order), damit Verkauf in DE und Kauf in AT
        • Praktisch Zahlung von nur 1x Transaktionsgebühr

     

    • Physische Position zwischen DE und AT optimiert verschieben um 10:15 oder 12:00
      • z.B. long in DE, short in AT
        • Annahme: Preis DE um 12:00 = Preis AT um 12:00
        • Kaufe Spread (10:15) bis € -0,2 (minimale Optimierungserwartung)
        • D.h. Kauf in AT und Verkauf in DE, wenn AT um mindestens 20ct billiger als DE sonst 2 getrennte Trades um 12:00: Kauf in AT und Verkauf in DE
    • Spekulativer Trade auf Spreaderwartung um 12:00
      • Keine physische Ausgangsposition
        • Annahme: Preis DE um 12:00 = Preis AT um 12:00
        • Kaufe Spread (10:15) bis € -0,5 (minimale Gewinnerwartung)
        • Verkaufe Spread (10:15) ab € +0,5 (minimale Gewinnerwartung)
        • Ist dann der Spread (10:15) größer als € 0,5 oder kleiner als € -0,5, wird der Spread entsprechend der Gebotsabgabe ausgeführt und es kommt zur physischen Lieferung in der jeweiligen Gebotszone.
        • Schließen der Position z.B. in Form von jeweiligem Rückkauf/Rückverkauf um 12:00 mittels Marketorder
        • Wenn Annahme um 12:00 Preis DE um 12:00 = Preis AT eintrifft, Gewinn von mindestens € 0,5/MWh
  • Durch die Abgabe von Spread-Geboten wird in der 10:15-Auktion eine Preisabhängigkeit ("virtuelle Kopplung") zwischen den beiden Orderbüchern für die Preiszonen AT und DE erreicht und damit

    • Handelnden eine neue Arbitragemöglichkeit geboten,
    • Cross-Border-Optimierung mit physischer Erfüllung in den jeweiligen Regelzonen ermöglicht,
    • die 10:15-Marktpreise AT/DE näher zusammengeführt, was für zusätzliche Preisstabilität sorgt,
    • mittelbar der gemeinsame Liquiditätspool erhalten
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